Homebridge

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Du bist HomeKit Nutzer? Dann bist du unter Umständen schon mal über den Begriff Homebridge gestolpert. Falls nicht, kein Problem. In diesem Beitrag erkläre ich dir um was es sich dabei genau handelt.


Was ist Homebridge?

Bei Homebridge handelt es sich um einen Software-Server, der meist auf einem Linux System mit Node.js läuft. Die Software emuliert die iOS HomeKit API.

Doch was bedeutet das vereinfacht?

Im Grunde genommen ist Homebridge eine Software, die es dir ermöglicht Geräte mit HomeKit zu nutzen, auch wenn diese über keine HomeKit Zertifizierung verfügen.


Wofür braucht man Homebridge?

Wie ich bereits in meinem Beitrag über Apple HomeKit geschrieben habe, umfasst die Liste zertifizierter HomeKit Produkte aktuell bereits über 700 Geräte. Dennoch kommt es immer wieder vor das man entweder bereits Geräte daheim hat die eben über keine solche Kompatibilität verfügen. Oder man will sich ein neues Gadget für sein Smart Home das eben nicht HomeKit tauglich ist. Außerdem gibt es auch noch immer Gerätekategorien, die zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht von HomeKit berücksichtigt werden wie beispielsweise Staubsaugerroboter. Was kann man in solchen Fällen machen?

Nun ja, es gibt natürlich mehrere Möglichkeiten wie man mit diesem „Problem“ umgehen kann. Eine Variante wäre man nutzt das gewünschte Gerät einfach ohne HomeKit. Oder man sucht nach einem alternativen Gerät, das bereits von Apple die Zertifizierung bekommen hat. Es wäre aber auch möglich darauf zu hoffen das das Wunschprodukt in Zukunft HomeKit kompatibel wird. In Wahrheit ist jedoch keine dieser Lösungen zufriedenstellend.

Genau hier kommt Homebridge ins Spiel, denn wie bereits oben beschrieben können damit eben auch Geräte in HomeKit genutzt werden, selbst wenn diese keine HomeKit Zertifizierung von Apple haben. Geräte, die auf diese Weise ihren Weg in die Home App finden können, dadurch nicht nur in Szenen und Automationen verwendet werden, sondern es lassen sich auch viele Befehle mit dem Sprachassistenten Siri ausführen.


Funktionsweise

Bisher wissen wir jetzt bereits welche Vorzüge uns mit der Verwendung von Homebridge erwarten. Doch wie funktioniert das genau?

Das grundlegende Problem von Geräten, die nicht HomeKit fähig sind, ist das sie keine Möglichkeit haben mit HomeKit zu kommunizieren, da sie vereinfacht ausgedrückt einfach nicht die gleiche Sprache sprechen. Mit dem Einsatz von Homebridge wird dieses Manko jedoch behoben da die Software quasi als Übersetzer dient und somit eine Verbindung möglich macht.

Doch das kann das Programm nicht von Haus aus. Dafür werden Erweiterungen gebraucht, die mit einzelnen Smart Home Standards umgehen können. Dabei handelt es sich um die sogenannten Plugins. Da weltweit unzählige Programmierer bereits solche entwickelt haben gibt es mittlerweile bereits über 2000 Plugins, die einem zur Erweiterung zur Verfügung stehen. Dadurch passiert es nur noch eher selten, dass man Geräte, die nicht bereits über eine native HomeKit Unterstützung verfügen nicht auf diesem Wege implementieren kann.

Das war jetzt natürlich sehr viel Theorie, deswegen werde ich euch anhand eines praktischen Beispiels erklären wie Homebridge funktioniert:

Wir haben daheim einen neuen Smart TV von Samsung. Der lässt sich zwar mit anderen smarten Assistenten verbinden verfügt allerdings über keine HomeKit-Zertifizierung. Dadurch konnte ich in der Vergangenheit zwar in der Home App die Szene „Kinoabend“ starten, bei der sich alle Lichter in der Wohnung ausschalten und lediglich dezente Hintergrundbeleuchtung aktiviert wurde, doch den Fernseher musste ich immer extra steuern. Seitdem ich den TV mit Hilfe des „homebridge-samsung-tizen“-Plugin in HomeKit integrieren konnte, wird beim Starten der vorher erwähnten Szene auch der Smart-TV aktiviert und auf den gewünschten Kanal gestellt. Zusätzlich kann man jetzt auch noch unter anderem die Lautstärke mit Siri verändern.


Was wird für Homebridge benötigt?

Um Homebridge zu installieren benötigt man ein System auf dem Node.js läuft. Da die Homebridge in Zukunft ja als Kommunikationsschnittstelle zwischen euren Geräten und HomeKit dienen wird solltet ihr im Vorfeld bedenken, das das System auf der ihr die Installation durchführt, dauerhaft aktiv ist. Auch wenn die Installation sowohl auf einem Mac als auch Windows-PC möglich ist, würde ich euch dazu raten Homebridge auf einem Raspberry Pi zu nutzen. Der Einplatinencomputer ist aufgrund seines geringen Verbrauchs und der kompakten Masse sicherlich die beste Lösung und hervorragend für den Dauerbetrieb geeignet.


Installation

Auch wenn die Installation der Homebridge keine großartigen Vorkenntnisse benötigt, wäre eine Anleitung wie die Installation und Einrichtung funktioniert eine recht umfangreiche. Aus diesem Grund habe ich einen eigenen Beitrag zur Installation der Homebridge auf einem Raspberry Pi geschrieben. Diesen findest du hier.


Fazit

In meinen Augen ist Homebridge eine sehr wichtige zusätzliche Komponente für jeden HomeKit Nutzer. Natürlich ist es eine zeitaufwändige Sache bis man alle nötigen Plugins gefunden, installiert und eingerichtet hat, aber wenn man damit mal fertig ist, kommt man in den Genuss sämtliche smarte Geräte im Haushalt mit der Home App beziehungsweise Siri steuern zu können.

Aber natürlich gibt es auch ein paar Nachteile. So muss das Gerät auf dem die Homebridge installiert ist durchgehend eingeschalten sein. Außerdem kann es durch Firmware-Updates bei HomeKit oder auf Geräteseite dazu kommen das Plugins nicht mehr funktionieren und die Kompatibilität dadurch verloren geht bis auch die Plugins dementsprechende Updates bekommen. Allerdings finde ich persönlich das sich der Einsatz einer Homebridge dennoch lohnt, da die positiven Aspekte überwiegen.


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