Apple HomeKit

Apple HomeKit

HomeKit
Startbildschirm der Home App

Wer sich mit Smart Home beschäftigt stößt auf viele unterschiedliche Systeme, Hersteller und Plattformen. Unter anderem natürlich auch auf HomeKit von Apple, welches ich euch ein wenig näherbringen will.


Was ist HomeKit?

Bei HomeKit von Apple handelt es sich um eine Steuerungsplattform für smarte Geräte und wurde mit iOS8 im September 2014 veröffentlicht. Die Steuerung erfolgt über die „Home“ App, welche bei iOS Geräten vorinstalliert ist und bei MacOS seit der Version Mojave zur Verfügung steht als auch über die Sprachsteuerung Siri.


Produkte

Die Produktpalette der verfügbaren HomeKit Geräte wird laufend größer, obwohl sie im Vergleich zu Amazon Alexa und Google Assistent weiterhin überschaubar ist. Erkennbar sind die Komponenten anhand der Zertifikate „Works with Apple HomeKit“ und „Works with Apple AirPlay“. Aktuell umfasst die Liste des Apple Home Zubehör rund 700 Komponenten.

Für Geräte, die eine solche Zertifizierung nicht besitzen besteht die Möglichkeit mit Hilfe von Smart Home Gateways wie Homee oder Homey eine Vernetzung mit der Home App zu ermöglichen. Technik versierte können das auch über die Bastellösung Homebridge durchführen. Neben der aufwendigeren Installation ist in diesen Fällen jedoch keine dauerhafte Verwendung garantiert da die Einbindung durch zukünftige Updates unter Umständen nicht mehr möglich ist.


Einrichtung

HomeKit - Geräte hinzufügen

Die Einrichtung erfolgt zumeist schnell und unkompliziert mittels Plug-&-Play in der Home App. Nachdem man die Räume seiner eigenen vier Wänden erstellt hat können neue Komponenten mit Hilfe des Einrichtungsassistenten hinzugefügt werden. Dafür muss lediglich der QR-Code des neuen Produktes gescannt werden. Sobald das neue Gerät eingebunden ist können die meisten Funktionen in der Home App ausgeführt werden.

Bei Geräten mit anderem Funkstandards als WLAN oder Bluetooth benötigt man jedoch die Funkstation des Herstellers. Zum Beispiel wird bei Zigbee-Lampen von Philips Hue die Bridge von Philips Hue integriert, um die Signale zu übersetzen. Doch auch in diesem Fall können nach der Einbindung sämtliche Funktionen über die Home App gesteuert werden.


Funktionen

Da die meisten Plattformen mittlerweile nahezu die gleichen Funktionen anbieten bringt eine reine Auflistung davon nur recht wenig. Aus diesem Grund möchte ich ein klein wenig mehr ins Detail gehen.

Verwaltung

Im Startbildschirm der Home App können favorisierten Geräte direkt gesteuert und neues Zubehör hinzugefügt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit im Einstellungsbereich Zugriffsrechte zu vergeben, womit man auch anderen die Steuerung der Geräte ermöglichen kann. Voraussetzung dafür ist allerdings das die eingeladene Person über ein iOS Gerät verfügt.

Zusätzlich kann jeder Raum mit den darin befindlichen Komponenten angezeigt werden. Bedient werden diese durch kurzes Tippen auf die Kacheln. Durch langes Drücken kommt man zur Detailansicht. In dieser lassen sich weitere Einstellungen vornehmen wie zum Beispiel Änderung des Namens, der Standort des Gerätes oder die Gruppierung mit anderen Geräten.

Szenen

Mithilfe der Szenen besteht die Möglichkeit mehrere Geräte auf einmal zu steuern. Man könnte natürlich jedes einzeln schalten, aber das wäre auf keinen Fall smart. Neue Szenen werden ähnlich wie neues Zubehör vom Startbildschirm aus erstellt.

Ein typisches Beispiel für eine Szene ist das auf Knopfdruck sämtliche Lampen und Verbraucher beim Verlassen der Wohnung ausgeschalten werden.

HomeKit - Neue Szene
Erstellen einer neuen Szene in der Home App

Automationen

Wer Automationen mit HomeKit nutzen will bzw. eingebundene Geräte von unterwegs steuern will muss zuerst eine Schaltzentrale installieren. Um diese einzurichten benötigt man entweder einen HomePod, einen HomePod mini, ein Apple TV HD (oder 4K) oder in iPad. Alle Geräte sollten stets die aktuelle Version des Betriebssystems installiert haben. Ich persönlich würde eher zu den drei erstgenannten raten da das iPad stets im heimischen WLAN bleiben müsste und daher die Mobilität verloren geht.

Den Vorteil von Automationen gegenüber Szenen sagt bereits der Name. Gewünschte Aktionen sollen automatisch bei festgelegten Ereignissen ausgeführt werden. Folgende Ereignisse werden von HomeKit unterstützt: Orte, Zeiten oder die Schaltung eines Gerätes.

Beispiele für die einzelnen Ereignisse:

  • Ort: Wie bei unserem Szenenbeispiel sollen alle HomeKit Geräte deaktiviert werden. Allerdings diesmal nicht durch einen Knopfdruck, sondern automatisch beim Verlassen der eigenen vier Wänden.
  • Zeit: Da die meisten von uns zu regelmäßigen Zeiten aufstehen ist ein klassisches Beispiel, das man zum gewünschten Zeitpunkt das Licht im Schlafzimmer automatisch einschalten lässt.
  • Gerätebasiert: Beim Einschalten des HomeKit-fähigen Fernseher werden sämtliche Lichter im Raum für eine stimmungsvollerer Beleuchtung gedimmt.

Natürlich bestehen noch die Möglichkeit viel umfangreichere Automationen zu erstellen, doch es sollte sich hierbei nur um einen kurzen Einblick handeln.


Sprachsteuerung

Wie üblich für Apple erfolgt die Sprachsteuerung über den Assistenten Siri. Auch wenn Siri in vielen Aspekten den Sprachassistenten anderer Hersteller aktuell noch unterlegen ist, gehört die Bedienung der smarten Geräte im Haushalt auf jeden Fall zu den Stärken. Neben der Steuerung einzelner Geräte lassen sich auch programmierte Szenen starten und beenden.

Hey Siri, schalte das Licht im Vorzimmer ein!

Typischer Siri-Sprachbefehl

Datenschutz

Für die meisten von uns ist Datenschutz ein wesentlicher Punkt im Smart Home und für mich eine der größten Pluspunkte von Apple HomeKit.

Sämtliche Kommunikation zwischen den Geräten erfolgen mit eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Codes für diese Entschlüsselung speichert HomeKit nur am lokal im privaten Gerät. Laut Apple besteht dadurch für Außenstehende kein Zugriff auf die Codes.

Zwar erfolgt auch bei HomeKit ein Austausch über die iCloud jedoch erfolgt dieser für Apple nicht sichtbar und bietet durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung eine zusätzliche Absicherung. Generell bleibt festzuhalten das viele Daten bereits rein lokal verarbeitet werden, zum Beispiel die Analyse von Aufnahmen der Sicherheitskameras. Weitere Informationen zum Datenschutz bei HomeKit findest du hier.


Vor- und Nachteile

Kurz zusammengefasst alle Gründe die für bzw. gegen HomeKit sprechen:

Vorteile


  • Nahtlose Einbindung in alle Betriebssysteme von Apple
  • Eine App für alle Geräte
  • Einfache Einrichtung und Bedienung
  • Datenschutz
  • Sprachsteuerung

Nachteile


  • Nur mit Apple Geräten bedienbar
  • HomeKit kompatible Geräte sind oft teurer
  • Automationen und Fernzugriff nur mit einer optionalen Steuerzentrale möglich

Fazit

Insgesamt bietet Apple mit HomeKit ein ziemliche ausgereifte Smart Home Steuerungsplattform. Durch die Vielzahl an Hersteller bekommt man eine ziemliche Bandbreite unterschiedlicher Geräte wenn auch der Umfang im Vergleich zu Amazon Alexa und Google Assistent nach wie vor geringer ist. HomeKit punktet vor allem durch die einfache Einrichtung und Bedienung, steht jedoch leider nur Apple Usern zur Verfügung.


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